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Andacht

Grafik: © GemeindebriefDruckerei

Liebe Leserinnen und Leser,

Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ – Eine gute Frage! Eine Frage, die die Sehnsucht ausdrückt nach guten Aussichten.

Unsere Aussichten sind zurzeit eher von anderem bestimmt: von den täglichen Corona-Statistiken über Ansteckungsraten und Tote, von Fragen über die Wirksamkeit und Verteilungsmöglichkeiten eines Impfstoffs, von der Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland, Europa, ja weltweit (gab es den mal?), von besorgniserregenden Nachrichten über eine Abnahme der gegenseitigen Achtung, von Bildern, die dokumentieren, wie weit der Klimawandel fortgeschritten ist. Dazu kommen ganz persönliche Sorgen um Menschen, die uns nahestehen.

Endlich mal was Gutes sehen, Hoffnung schöpfen können und damit auch Kraft für die Zukunft! Viele sehnen sich danach.

Der Beter des Psalms nimmt diese Sehnsucht auf in sein Gebet und richtet es als Bitte an Gott: „Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“

Und dann geht Gottes Licht tatsächlich auf.

Aber nicht irgendwo über uns, sondern mitten unter uns, ja sogar so tief unter uns, dass man sich bücken muss, um es zu entdecken: ein Kind in ärmlichen Umständen zeigt uns das Antlitz Gottes, seine Liebe zu uns Menschen und zu der Welt.

Das Licht Gottes geht auf, aber anders als erwartet: Da wird nicht mit einem Mal alles gut, und alle Sehnsucht wird gestillt, und alle Fragen und Zweifel sind vorbei. Vielmehr werden wir mit diesem Licht auf einen Weg geschickt.

Die ersten Christen nannten es dann die Gute Nachrichte (auf Griechisch: „Evangelium“), dass Gott uns auf unserem Lebensweg mit seinem Licht begleitet, stärkt, tröstet und dass er uns im Namen Jesu begeistert für einen gemeinsamen Lebensweg im Licht seiner Liebe.

Gerade da wird Weihnachten, wo wir Gottes Nähe so spüren.

Weihnachten hat dann ganz viele Gesichter: da spiegelt sich das lebendige und ruhige Licht einer Kerze in den Augen eines Kranken; da füllt sich in der Stille der Raum mit Dankbarkeit für Schönes, das man erlebt hat; da spürt jemand die Hand, die ihn zärtlich, tröstlich und helfend berührt; da ist ein Mensch im Herzen beschenkt von der Gewissheit, Gott liebt mich trotz aller Irrwege und Fehler. Und über allem leuchtet das Angesicht Gottes als Segen über unserem Leben.

Möge der Segen Gottes an diesem Weihnachtsfest über Ihnen aufgehen,

möge das Licht der Liebe Gottes Sie umfangen,

mögen Sie Ihre Wege getrost gehen im Vertrauen auf Gottes Nähe.

Es grüßt Sie

Ihr Oliver Jaehn, Pfr.