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angedacht

angedacht

Liebe Leserinnen und Leser,

falls jemand vergessen hätte, was der Konjunktiv im Deutschen sei oder falls jemand aus der Übung mit diese Konjunktiv gekommen wäre: hier an diesem Ausspruch Jesu könnte man es wieder üben und lernen. Ganz konkret ist hier der sog. Konjunktiv II benutzt, auch Irrealis genannt.

Wobei: man könnte fragen, ob Jesus wirklich so geredet hätte, denn das Aramäische, mit dem Jesus sich unterhalten hat, kennt eine so differenzierte Grammatik nicht wirklich, wie es dann Matthäus in seinem Evangelium auf Griechisch ausgedrückt hat.

Um was geht es eigentlich? – Eigentlich ganz einfach! Jesus spricht mit seinen Jüngern über die Nachfolge, also was es bedeutet, an Jesus zu glauben, ihm sein Leben anzuvertrauen.

Wir Menschen neigen vielfach dazu, immer das Beste aus einer Situation rausholen zu wollen:  Den besten Deal bei einem Kauf, die kürzeste Strecke, um ein Ziel zu erreichen oder das schönste und mit allen Extras versehene Auto, um die Nachbarn und Freunde auszustechen. Das ist ja bis zu einem gewissen Grad ganz nett, manchmal auch verständlich, zugegeben. Wer will schon gerne den Kürzeren ziehen?

Jesus lehrt dennoch einen anderen Blick: Ihm nachzufolgen heißt eben nicht, immer alles besser, höher und weiter schaffen zu müssen. Woran hängt unser Herz wirklich? Wie sieht es mit unserer Seele aus und unserem Vertrauen auf Gott? Was macht unsere Seele heil? Darum geht es Jesus.

Die gute Botschaft ist: bei Gott brauchen wir keine Angst zu haben, dass wir den Kürzeren ziehen, denn Gott hält uns ganz groß. Um Gott zu imponieren, müssen wir nicht die Welt gewinnen, sondern dürfen darauf vertrauen, dass wir mit unserem Leben mitten in dieser Welt von Gott gehalten sind. Unsere Seele mag manchmal ihren Schaden davontragen von Schicksalsschlägen oder von Irrwegen, die wir eingeschlagen sind. Es ist auch nicht immer alles eindeutig und klar im Leben. Manchmal mag uns der Hochmut auf Abwege führen. Aber dadurch verlieren wir nicht gleich alles, weil uns Gott gewonnen hat.

Insofern können wir auf diese Frage im Konjunktiv glaubensvoll mit einem Bekenntnis antworten: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke“ (Psalm 46,2).

Es grüßt sie

Ihr Oliver Jaehn, Pfr.