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Kunibert stellt sich vor

*Schnüffel* Nanu? Wer ist denn da?

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Kunibert, Kunibert Kirchenmaus.

Vielleicht habt ihr schon von mir gehört? Ich lebe nun seit fast zwei Monaten im Pfarrbüro und habe mir dort zwischen all den Büchern und Ordnern eine gemütliche Mäusehöhle eingerichtet.

Ich mag das raschelnde Geräusch von Papier, wenn man mit den Pfoten darüber läuft. Und erst der Geruch von Büchern ...mhhmm… besser als jeder Käse!

Da kann es schon mal passieren, dass ich aus Versehen die eine oder andere Buchseite anknabbere. Aber psst, das muss unser kleines Geheimnis bleiben!
Es war ein großes Glück für mich, dass ich hier bleiben darf, denn vor lauter Lesen in der Unibibliothek Mannheim habe ich völlig vergessen, mir eine Höhle für den Winter zu suchen. Aber Freddy, eine befreundete Feldmaus, hat mir den Tipp gegeben, dass es hier in Eppstein ein großes Pfarrhaus gibt, in dem noch eine kleine Maus Platz hat.

Und weil ich mich nützlich machen will und es sonst sehr langweilig wird, jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, habe ich angeboten, alle möglichen Fragen rund um Glaube, Kirche und Gottesdienst zu beantworten.

Eure Vikarin, Annemarie Pachel, wird mir dabei helfen.

Wenn es also etwas gibt, das ihr wissen wollt, dann fragt mich ruhig! Ich freue mich schon darauf!

Eure Fragen an mich könnt ihr gerne nach jedem Gottesdienst in die dafür vorgesehene Box werfen. Fragezettel und Stifte liegen am Ausgang bereit.

Ansonsten könnt ihr mir auch gerne eine Mail schreiben:

kunibert.kirchenmaus(at)nospamweb.de

Warum steht in der Kirche ein Altar?

Eine erste Frage heute dreht sich um das Thema Kirche. Die Frage lautet nämlich: Warum steht in der Kirche ein Altar? Der Altar wurde doch früher in anderen Religionen dazu verwendet, um Tiere zu opfern. Seit Jesus sind keine Opfer mehr nötig.

Das ist richtig. In den biblischen Geschichte im Alten Testament lesen wir z.B. von Abraham, der für Gott einen Altar baut und darauf einen Widder (eine Art Schaf) opfert, um Gott dafür zu danken, dass er seinen Sohn verschont hat. Meistens wurden die Tiere, nachdem sie geschlachtet worden waren, verbrannt, um Gott entweder zu danken oder ihn um etwas zu bitten. Seit der Jerusalemer Tempel im Jahr 70 n.Chr. von den Römern zerstört wurde, werden im Judentum auch keine Tiere mehr geopfert.

Der Altar in den christlichen Kirchen steht meistens vorne in der Mitte der Kirche. Die Bibel und das Kreuz, die sich dort befinden, stehen für die Gegenwart Gottes. Außerdem erinnert der Altar als eine Art Tisch an Jesus und seine Jünger, wie sie gemeinsam zum letzten Mal essen, bevor Jesus starb. Dieses letzte gemeinsame Essen wird letztes Abendmahl genannt.

Wie Jesus und seine Jünger, essen die Christen bei der Feier des Abendmahls Brot und Wein. Die Feier des Abendmahls erinnert die Christen an den Tod Jesu, der für sie gestorben ist, um sie vom ewigen Tod zu erlösen. Zugleich stiftet das gemeinsame Feiern ein Gemeinschaftsgefühl, in dem alle Christen sich zu Gott und Jesus bekennen.

Der Altar hat somit seine ursprüngliche Funktion als Opfertisch verloren und ist zum Ort der Erinnerung und Gottes Gegenwart geworden.

Was passiert nach dem Leben?

Die zweite Frage für heute passt zur Passionszeit, in der sich die Christen auf Ostern vorbereiten. An Ostern denken die Christen an den schmerzvollen Tod Jesu am Kreuz, aber auch die Auferstehung. Mit Ostern und der Auferstehung steht die zweite Frage in enger Verbindung: Was passiert nach dem Leben?

Diese Frage kann niemand endgültig beantworten, auch wenn viele Menschen sich diese Frage stellen und die Antwort darauf gerne wüssten. Wir als Christen glauben, dass das Leben nicht mit dem Tod zu Ende ist, sondern wir in einer anderen Art und Weise als jetzt weiterleben und nach dem Tod bei Gott sein werden. Dabei hat jeder Mensch eine eigene Vorstellung, wie das Leben aussehen könnte.

Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod geht auf die Geschichte vom leeren Grab Jesu zurück. Als ein paar Frauen das Grab Jesu besuchen wollten, war es leer. Der Leichnam Jesu war verschwunden und ein paar Engel sagten zu den Frauen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Mit Jesu Tod am Kreuz hat er die Menschen von dem ewigen Tod befreit und ihnen ein Leben nach dem Tod bei Gott geschenkt.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kunibert

Warum heißt die Kirche „Kirche“? 

und: Wieso gibt es überhaupt Kirchen?

 

Die ersten Christen lebten hauptsächlich in den großen Städten rund um das Mittelmeer. Dort sprachen die Menschen damals fast alle Griechisch. Deshalb wurde das Neue Testament auch ursprünglich auf Griechisch verfasst. Die ersten Christen bezeichneten Jesus als kyrios, was auf Deutsch „Herr“ heißt.

Und sich selbst nannten sie kyriakon, was auf Deutsch „zum Herrn gehörend“ bedeutet. Damit machten sie deutlich, dass Jesus - und nicht der römische Kaiser -  ihr Herrscher war.

Den Versammlungsort, an dem sie sich regelmäßig versammelten, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, nannten sie kyrikon.

Als sich der Glaube an Jesus Christus dann immer mehr ausbreitete, mussten die Geschichten von Jesus in andere Sprachen übersetzt werden, damit auch andere Menschen die Geschichten von Jesus verstehen konnten. So wurde aus der griechischen Bezeichnung kyrikon für den Versammlungsort das deutsche Wort Kirche. Deshalb heißt die Kirche „Kirche“.

Der Begriff „Kirche“ hat zwei Bedeutungen.

Zum einen versteht man darunter das Gebäude, in dem regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden.

Zum anderen bezeichnet man aber auch alle Menschen, die an Gott und Jesus glauben, als Kirche.

Sowohl die Kirche als Gebäude als auch die Kirche als Gemeinschaft aller Gläubigen sind entstanden, weil die Jünger Jesu anderen Menschen von Gott und Jesus erzählt haben.

Vielen Menschen gefiel es, was die Jünger von Gott und Jesus erzählten, und sie fingen an, auch an Gott und Jesus zu glauben. Diese Menschen waren die allerersten Christen. Viele von ihnen verstanden sich weiterhin als Juden und gingen am Sabbat in die Synagoge. Sie trafen sich daneben aber auch regelmäßig am ersten Tag der Woche in kleinen Gruppen, um sich über ihren Glauben zu unterhalten, Geschichten von Jesus zu erzählen und darüber zu reden, was man als Christ tun darf und was nicht. Als Versammlungsort nutzten sie am Anfang große Räume in den Wohnhäusern ihrer Mitglieder. Als aber immer mehr Menschen anfingen, an Gott und Jesus zu glauben, reichte der Platz in den Wohnhäusern nicht mehr aus. Deshalb hat man angefangen, eigene Häuser für die Versammlungen zu bauen, das waren die ersten Kirchen.

Die älteste Kirche hat man bei Ausgrabungen in Dura Europos gefunden, das liegt im heutigen Syrien.

Euer Kunibert